Dramatisierung von Evy Schubert nach E.M. Forster | Deutschsprachige Erstaufführung
Premiere 31.12.2017 | Parkaue – Junges Staatstheater Berlin


Regie: Evy Schubert | Bühne & Kostüm: Isabelle Kaiser | Musik: Micha Kaplan
Mit: Melina Borcherding, Denis Pöpping & Johannes Schäfer.

Vor über hundert Jahren erfand der Schriftsteller E.M. Forster eine Welt, in der die Menschen isoliert voneinander leben und eine Maschine herrscht. Wind und Regen: Abgeschafft. Meetings: Abgeschafft. Einkaufen: Abgeschafft. Umarmung: Abgeschafft. Es lebe die Maschine! Bequem und vereinzelt hausen die Menschen in ihren wohl temperierten Waben unter der Erde, vernetzt durch einen riesigen Kommunikationsapparat. Will man sie erreichen, sind sie immer schon im Gespräch und teilen ihre neuesten Ideen mit ihren Freunden. Damit ist die nächste Stufe der Evolution erreicht. Wer braucht schon einen Körper? Die Technik, die Maschine, sorgt für alles: Essen, Sauerstoff, Licht oder ein heißes Bad erscheinen auf Knopfdruck. Das Verlassen des eigenen Zimmers: Überflüssig. Nur einer, Kuno, sehnt sich nach Bewegung – und plötzlich kollabiert die Maschine…

Szenenphotos: Isabelle Kaiser

Isabelle Kaiser, Evy Schubert

Eine unterhaltsame Aufführung mit großem Schauwert und vielen Aha-Erlebnissen
„…Große silberne Röhren winden sich über die Bühne, der Boden ist eine gemusterte Drehscheibe, die immer wieder in Bewegung gerät. Die Menschen darauf zappeln und tragen hautenge Anzüge, die den ganzen Körper und auch sogar die Hände bedecken, darüber glitzernde Hängekleidchen, stark geschminkte Gesichter, Plastikhauben bedecken die Haare, die schöne neue Welt ist hier bunt und künstlich. […] Evy Schubert setzt in ihrer Inszenierung auf eine fast satirische Überspitzung von Science Fiction Klischées, Sphärenmusik und Plastikkostümen. […] Die Erdlöcher des Originals, in denen verfette Menschen an ihren Tischen sitzen, erschienen ihr unattraktiv. Ihre Figuren sind gemeinsam auf der offenen Bühne, aber trotzdem allein und jeder für sich: „Und da habe ich geguckt, körperlich eine Spielweise zu finden, die eine Zwanghaftigkeit mitbringt, die komische Bewegungen mitbringt, die auch die Abhängigkeit von dem medialen System, in dem wir heute leben, darstellt“. […] Bei allem Pathos, ein ironischer Unterton ist immer dabei. Die allmächtige Maschine kann sprechen und wird von einem Schauspieler mit blaugeschminkten Lippen gespielt. Evy Schubert war es wichtig, kein Lehrstück zu machen: „Dass wir eben nicht moralisch werden und sagen, ‚Das Internet ist so grausam‘, sondern dass wir einen Abend schaffen, der Freude macht, der verwirrt, der verstört, aber der jenseits vom Zeigefinger ist!“ Eine unterhaltsame Aufführung mit großem Schauwert und vielen Aha-Erlebnissen ist dabei herausgekommen […]“ rbb Kulturradio, 30.12.2017

Evy Schubert
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